So entdecken wir eine Dysplasie: Eine Dysplasie bedeutet Zellveränderungen an den Oberflächenzellen des Gebärmutterhalses. Um festzustellen, ob eine Virusinfektion vorliegt, schaben wir Zellen vom Gebärmutterhals, bringen diesen Abstrich auf einen Glasobjektträger auf und senden ihn in ein Labor, wo die Zellen per Mikroskop analysiert werden.

Diese Testvarianten gibt es:

Das Testergebnis im zytologischen Labor wird in folgende PAP Gruppen I – V eingeteilt:

PAP I + II:
Kein Problem! Höchstens leichte entzündliche Veränderungen. Nächste Kontrolle in spätestens 1 Jahr.
PAP IIp, IIg, IIe:
Geringe Zellveränderungen, hier kann eine medikamentöse Behandlung empfohlen werden. Kontrolle nach 3-6 Monaten.
PAP IIIp, IIIg, IIIe:
Nicht eindeutig zuzuordnende Zellveränderungen. Es kann sich um Entzündungen durch Bakterien oder Pilze handeln. Kurzfristige Kontrolle vereinbaren!
PAP IIID:
Leichte oder mittelgradige Zellveränderungen (Dysplasien). Es besteht kein Verdacht auf eine Krebserkrankung! Kann sich in seltenen Fällen über Jahre hinweg zu einer Krebsvorstufe entwickeln. Kontrolle nach spätestens 6 Monaten beim PAP IIID-1, nach spätestens 3 Monaten beim PAP IIID-2.
Empfehlung: eine Kolposkopie, evtl. mit Probenentnahme.
PAP IVa:
Schwere Zellveränderung (Dysplasie) und damit eine Krebsvorstufe, jedoch kein Krebs! Empfohlen wird bei diesem Befund die operative Entfernung der veränderten Zellen.
PAP IVb/PAP V:
Eine Krebserkrankung ist nicht sicher auszuschließen, beim PAP V sogar schon eingetreten. Bei regelmäßiger Krebsvorsorge treten diese Befunde fast nicht mehr auf.

Was macht eine Zelle dysplastisch?

Die Steuerung der Zellfunktionen findet im Zellkern statt. Bei Dysplasien hat sich dort meist ein Virus eingenistet, der die Funktionen stört. Die daraus folgenden Strukturveränderungen können im Mikroskop erkannt und beschrieben werden.

Sind Dysplasien gefährlich?

Klares Nein! Allerdings muss man mittelschwere und schwere Dysplasien in der Regel chirurgisch mit einer Gebärmutterhalsumschneidung behandeln.

Können sich Dysplasien auch von alleine zurückbilden?

So wie Ihr Körper das Grippevirus bekämpft, können Ihre Abwehrzellen auch dieses Virus am Gebärmutterhals eliminieren. Die Selbstheilung des Körpers ist umso wahrscheinlicher, je leichter die Dysplasie ist – und beträgt bei der leichtesten Form rund 60 Prozent.

So halten Sie die Dysplasie in Schach:

Fast alle hochgradigen Dysplasien kommen durch Virusinfektionen zustande. Wiederholte Infektionen begünstigen das Fortschreiten der dysplastischen Veränderung. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie sich davor schützen:

  • Anwendung von Kondomen bei Partnerwechsel
  • Verzicht auf Rauchen
  • HPV-Impfung

Details zu unserer Dysplasie-Sprechstunde:

Wir untersuchen spezielle Erkrankungen der Schamlippen, der Scheide und des Gebärmutterhalses. Darüber hinaus beraten wir zur HPV-Infektion und klären über veränderte Zellabstriche oder Hautveränderungen im Bereich des äußeren Genitals auf. Ein auffälliger Befund bei der Krebsvorsorgeuntersuchung kann weiterführende Maßnahmen erforderlich machen. Ziel ist die Unterscheidung zwischen harmlosen Veränderungen, die nur kontrolliert werden sollten, und Krebsvorstufen, die behandelt werden müssen. Ein auffälliger Zell-Abstrich allein ist ohne weiterführende Diagnostik kein Grund für eine Operation am Gebärmutterhals.

Therapieformen:

  • Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung)
  • Fraktionierte Abrasio (Ausschabung)
  • Konisation/Schlingenexzision (LEEP = Loop electrosurgical excision procedure)

Wir sind für Sie da – in jeder Phase:

Sie erhalten schnellstmöglich einen Termin. Dieser sollte außerhalb der Periodenblutung und idealerweise sechs Wochen nach dem letzten Zellabstrich liegen. Terminvereinbarungen zur Dysplasie-Sprechstunde erfolgen telefonisch oder per E-Mail. Indem wir Ihnen die einzelnen Schritte der Untersuchung erklären, gestalten wir den gesamten Prozess angstfrei für Sie. Die Sprechstunde ist zertifiziert durch die Deutsche Krebs Gesellschaft (DKG).
Die Eingriffe werden in der Klinik durchgeführt. Nach der überwachten Aufwachphase werden Sie nach Hause entlassen und danach von mir weiter betreut.